Wärmepumpen verändern den Strombedarf im Unternehmen
Eine Wärmepumpe verändert nicht nur den Energieträger für die Wärmeversorgung. Sie bringt zusätzliche elektrische Nutzung in den Betrieb. Wie stark sich diese auf den Strombedarf auswirkt, hängt unter anderem vom Gebäude, der Regelung, den Außentemperaturen und dem tatsächlichen Wärmebedarf ab.
Für Unternehmen lohnt sich deshalb ein genauer Blick auf den elektrischen Lastgang vor und nach der Umstellung. Dabei sollte nicht nur die zusätzliche Jahresmenge betrachtet werden. Ebenso relevant ist die Frage, wann die zusätzliche Leistung benötigt wird und wie sie sich in den bestehenden Betriebsablauf einfügt.
Den bisherigen Stromverbrauch als Ausgangspunkt nutzen
Vor der Umstellung vorhandene Verbrauchsdaten können zeigen, wie sich der Strombezug bisher über den Tag und die Woche verteilt hat. Diese Informationen bilden eine wichtige Vergleichsgrundlage für die spätere Betrachtung.
Dabei sollte berücksichtigt werden, welche anderen großen Verbraucher bereits vorhanden sind. Maschinen, Lüftung, Kühlung oder Ladeinfrastruktur können beispielsweise ebenfalls Einfluss auf den Lastgang nehmen.
Wärmebedarf und Strombezug gemeinsam betrachten
Die elektrische Nutzung einer Wärmepumpe hängt eng mit dem Wärmebedarf des Gebäudes zusammen. Dieser verändert sich abhängig von Außentemperatur, Gebäudenutzung und Betriebszeiten.
Ein höherer Strombezug im Winter ist deshalb nicht automatisch ein Hinweis auf eine problematische Betriebsweise. Für eine sinnvolle Bewertung müssen die jeweiligen Rahmenbedingungen berücksichtigt werden.
Veränderungen richtig vergleichen
Ein einfacher Vergleich einzelner Monatsrechnungen kann zu falschen Schlussfolgerungen führen. Ein kalter Wintermonat und ein milder Frühlingsmonat stellen unterschiedliche Anforderungen an die Wärmeversorgung.
Aussagekräftiger sind Zeiträume mit möglichst vergleichbaren Bedingungen oder eine Auswertung, bei der Unterschiede bei Temperatur, Belegung und Betriebszeiten ausdrücklich berücksichtigt werden.
Wetterbedingungen berücksichtigen
Die Außentemperatur kann den Wärmebedarf erheblich beeinflussen. Deshalb sollte bei einem Vergleich möglichst dokumentiert werden, unter welchen klimatischen Bedingungen die jeweiligen Verbrauchswerte entstanden sind.
Ein höherer Stromverbrauch während einer kalten Periode kann dadurch besser eingeordnet werden als durch einen reinen Vergleich der absoluten Kilowattstunden.
Änderungen im Betrieb dokumentieren
Nicht nur das Wetter kann den Energiebedarf verändern. Auch betriebliche oder technische Veränderungen müssen berücksichtigt werden.
Wurde beispielsweise gleichzeitig die Lüftungsanlage erneuert oder die beheizte Fläche erweitert, kann eine Veränderung des Gesamtverbrauchs nicht ohne Weiteres ausschließlich der Wärmepumpe zugerechnet werden.
Unterzähler zur Abgrenzung nutzen
Soweit vorhanden, können Unterzähler dabei helfen, einzelne Verbraucher voneinander abzugrenzen. Dadurch lässt sich besser erkennen, welcher Teil des Strombezugs auf die Wärmepumpe entfällt.
Sind keine separaten Messungen vorhanden, sollte diese Einschränkung bei der späteren Auswertung ausdrücklich dokumentiert werden.
Messwerte vor Schlussfolgerungen stellen
Der Ansatz von OPTUMs Lastganganalyse mit einer Lastganganalyse bietet einen zugänglichen Weg, zeitliche Verbrauchsmuster und Leistungsspitzen in vorhandenen Daten zu betrachten.
Das kann eine hilfreiche erste Orientierung sein, bevor aus einzelnen Rechnungen weitreichende Aussagen über die neue Wärmepumpenanlage abgeleitet werden. Entscheidend bleibt, die gemessenen Werte im Zusammenhang mit dem tatsächlichen Betrieb zu betrachten.
Aufheizphasen erkennen
Interessant können insbesondere Zeiträume sein, in denen die Wärmepumpe das Gebäude nach einer Absenkungsphase wieder auf das gewünschte Temperaturniveau bringt.
Solche Aufheizphasen können den elektrischen Bezug zeitweise verändern. Für die Bewertung ist daher relevant, wann diese Phasen auftreten und wie sie mit den übrigen Verbrauchern zusammenfallen.
Gleichzeitige Verbraucher betrachten
Auch die Kombination mit anderen großen Stromverbrauchern kann für den Lastgang relevant sein. Wenn beispielsweise eine Wärmepumpe gleichzeitig mit Produktionsmaschinen oder einer Ladeinfrastruktur betrieben wird, können zeitweise höhere Leistungsanforderungen entstehen.
Eine Lastganganalyse kann solche zeitlichen Überschneidungen sichtbar machen und damit Ansatzpunkte für eine weitere technische Prüfung liefern.
Verbrauch außerhalb der Arbeitszeit analysieren
Auch die Nutzung außerhalb der regulären Arbeitszeiten kann interessant sein. Eine Wärmepumpe kann je nach Gebäude, Regelung und Wärmebedarf auch dann elektrische Energie benötigen, wenn der eigentliche Geschäftsbetrieb ruht.
Die entsprechenden Messwerte sollten deshalb nicht isoliert bewertet, sondern mit den Einstellungen der Anlage und den Anforderungen des Gebäudes abgeglichen werden.
Anschlussleistung und Energiebedarf nicht verwechseln
Die zusätzliche Jahresenergiemenge beantwortet nicht automatisch die Frage, ob die vorhandene elektrische Infrastruktur für eine Wärmepumpe ausreichend dimensioniert ist.
Dafür ist auch relevant, welche elektrische Leistung gleichzeitig benötigt werden kann. Umgekehrt sagt eine ausreichende Anschlussmöglichkeit noch nichts über die späteren jährlichen Betriebskosten aus.
Jahresverbrauch und Leistung getrennt betrachten
Der Jahresverbrauch beschreibt die insgesamt bezogene Energiemenge. Die Leistung beschreibt dagegen, wie viel elektrische Energie zu einem bestimmten Zeitpunkt beziehungsweise innerhalb eines kurzen Zeitraums benötigt wird.
Beide Größen erfüllen unterschiedliche Funktionen und sollten bei der Planung nicht miteinander verwechselt werden.
Den Lastgang richtig einordnen
Der Lastgang zeigt den tatsächlich beobachteten Strombezug innerhalb des betrachteten Zeitraums. Er kann Hinweise auf Verbrauchsmuster und Leistungsspitzen geben.
Für die technische Planung reicht er jedoch nicht immer allein aus. Zukünftige Betriebsfälle müssen ebenfalls berücksichtigt werden, insbesondere wenn zusätzliche Verbraucher oder besondere Heizsituationen geplant sind.
Zukünftige Betriebsfälle in die Planung aufnehmen
Die bisher gemessenen Daten beschreiben die Vergangenheit. Eine technische Planung muss dagegen auch Situationen berücksichtigen, die im bisherigen Messzeitraum noch nicht aufgetreten sind.
Dazu können besonders kalte Wetterperioden, veränderte Betriebszeiten oder zusätzliche elektrische Verbraucher gehören.
Besondere Heizbedingungen berücksichtigen
Eine Wärmepumpe kann unter unterschiedlichen Außentemperaturen und Betriebsbedingungen unterschiedlich stark beansprucht werden. Deshalb sollte die Planung nicht ausschließlich auf einem durchschnittlichen Verbrauchszeitraum basieren.
Auch mögliche Spitzenbedingungen sollten bei der technischen Betrachtung berücksichtigt werden.
Neue Verbraucher frühzeitig einplanen
Wenn zusätzlich zur Wärmepumpe beispielsweise Ladepunkte, Produktionsanlagen oder andere größere Verbraucher geplant sind, sollten diese Entwicklungen in die Betrachtung einfließen.
So lässt sich vermeiden, dass eine bestehende Messung als vollständiges Bild einer zukünftigen Situation interpretiert wird.
Grenzen der vorhandenen Messdaten dokumentieren
Nicht jeder Zähler kann einzelne Verbraucher voneinander unterscheiden. Wenn beispielsweise nur der Gesamtstrombezug gemessen wird, lässt sich daraus nicht automatisch ableiten, wie viel Energie ausschließlich auf die Wärmepumpe entfällt.
Eine transparente Dokumentation dieser Grenzen erhöht die Aussagekraft der späteren Analyse.
Beobachtete Werte von Annahmen trennen
Es sollte klar erkennbar sein, welche Werte tatsächlich gemessen wurden und welche Aussagen auf Annahmen oder Planungswerten beruhen.
Diese Unterscheidung hilft dabei, die Ergebnisse sachlich einzuordnen und keine Schlussfolgerungen aus Daten abzuleiten, die dafür nicht ausreichend detailliert sind.
Technische Zusatzinformationen einbeziehen
Für eine umfassendere Bewertung können neben dem Lastgang weitere Informationen erforderlich sein. Dazu gehören beispielsweise Angaben zur Wärmepumpe, Regelung, abgegebenen Wärme und zum Gebäudebetrieb.
Erst die Kombination verschiedener Daten ermöglicht eine weitergehende technische Bewertung.
Der Lastgang ist keine vollständige Effizienzbewertung
Der elektrische Lastgang zeigt, wie sich die Wärmepumpe im Strombezug bemerkbar macht. Er beschreibt jedoch nicht allein die Effizienz der Anlage.
Für eine vollständige Bewertung sind auch die tatsächlich abgegebene Wärmemenge und weitere technische Informationen relevant.
Strombezug und Wärmeabgabe gegenüberstellen
Um die Leistung einer Wärmepumpe umfassender zu beurteilen, müssen Stromaufnahme und erzeugte beziehungsweise abgegebene Wärme gemeinsam betrachtet werden.
Der Lastgang kann dafür eine wichtige Datengrundlage darstellen, ersetzt aber keine vollständige technische Analyse.
Ergebnisse für die weitere Beschaffung nutzen
Die Erkenntnisse aus der Lastganganalyse können anschließend in die zukünftige Energieplanung einfließen. Ein besseres Verständnis der Verbrauchszeiten und Leistungsspitzen unterstützt dabei, den zukünftigen Strombedarf realistischer einzuschätzen.
So können technische Untersuchung und kaufmännische Energiebeschaffung auf einer nachvollziehbaren Datengrundlage miteinander verbunden werden.
Fazit: Wärmepumpen brauchen eine differenzierte Betrachtung des Strombedarfs
Eine Wärmepumpe verändert im Gewerbebetrieb nicht nur die Wärmeversorgung, sondern auch den elektrischen Tagesablauf. Deshalb sollte die Umstellung anhand von Verbrauchszeiten, Leistungsspitzen und den jeweiligen Betriebsbedingungen betrachtet werden.
Ein sinnvoller Vergleich berücksichtigt Wetter, Belegung, Betriebszeiten und weitere technische Veränderungen. Unterzähler können helfen, einzelne Verbraucher voneinander abzugrenzen. Gleichzeitig sollten die Grenzen der vorhandenen Messdaten transparent dokumentiert werden.
OPTUM kann mit einer Lastganganalyse eine erste Orientierung über zeitliche Verbrauchsmuster und Leistungsspitzen geben. Der Lastgang zeigt dabei den beobachteten Strombezug, ersetzt jedoch keine vollständige Effizienzbewertung oder technische Planung.
Entscheidend ist die klare Trennung zwischen gemessenen Werten, zukünftigen Annahmen, Anschlussleistung und Jahresenergiebedarf. Werden diese Größen gemeinsam, aber nicht miteinander verwechselt betrachtet, lässt sich die Wirkung einer Wärmepumpe auf den Strombezug besser einordnen und in die zukünftige Energieplanung integrieren.
Häufig gestellte Fragen zu Wärmepumpen und Strombedarf im Gewerbe
Wie verändert eine Wärmepumpe den Stromverbrauch eines Unternehmens?
Eine Wärmepumpe benötigt elektrische Energie für die Wärmeversorgung. Wie stark sich der Stromverbrauch verändert, hängt unter anderem von Gebäude, Wärmebedarf, Außentemperatur, Betriebszeiten und Regelung ab.
Warum sollte der Lastgang vor und nach der Umstellung verglichen werden?
Der Vergleich kann zeigen, wie sich die zeitliche Struktur des Strombezugs verändert hat. Dabei sollten möglichst vergleichbare Bedingungen berücksichtigt werden, damit Unterschiede nicht vorschnell der Wärmepumpe zugerechnet werden.
Reicht der Jahresstromverbrauch für die technische Planung aus?
Nein. Der Jahresverbrauch beschreibt die Energiemenge, sagt aber nicht automatisch aus, welche Leistung gleichzeitig benötigt wird. Für die technische Planung müssen auch mögliche Leistungsspitzen und zukünftige Betriebsfälle betrachtet werden.
Kann eine Lastganganalyse die Effizienz einer Wärmepumpe bestimmen?
Nicht vollständig. Der Lastgang zeigt den Strombezug. Für eine umfassendere Effizienzbewertung werden zusätzlich Informationen zur abgegebenen Wärme und weitere technische Daten benötigt.
Welche weiteren Veränderungen sollten bei der Auswertung berücksichtigt werden?
Neben der Wärmepumpe können beispielsweise eine neue Lüftungsanlage, eine größere beheizte Fläche, zusätzliche Maschinen oder Ladeinfrastruktur den Stromverbrauch verändern. Solche Faktoren sollten dokumentiert und bei der Interpretation berücksichtigt werden.
